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    05.9.2017

Julia Kokke M.A. – Sprachwissenschaftlerin – Schaumburgstraße 28 – D-30419 Hannover

Telefon +49 (0)511 37007380

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Stimmtraining

Mühelos verstanden werden: Funktionale Stimmbildung

Funktionale Stimmbildung ist eine effiziente Möglichkeit, die Stimme zu erhalten, zu pflegen und ihre Möglichkeiten zu erweitern. Eine klangvolle Stimme trägt dazu bei, dass das Gesagte wirklich ankommt, sowohl akustisch als auch intentional. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Aufwand: „Wie kann ich mit minimaler Kraftanstrengung ein maximales Ergebnis erreichen?“ Der Klang der Stimme setzt sich aus verschiedenen Frequenzbereichen zusammen. Diese kann man gezielt stimulieren, um so funktionale Klangeigenschaften zu fördern, wie z.B. Tragfähigkeit, Lautheit, Volumen, Wärme oder Beweglichkeit. Je tragfähiger eine Stimme ist, desto weniger muss man z.B. über Lautstärke kompensieren.
Wer über ein breites Klangspektrum verfügt, kann sich besser auf unterschiedliche Situationen einstellen, die jeweils andere stimmliche Eigenschaften erfordern. Funktionale Stimmbildung beschäftigt sich nicht mit einem ästhetischen Idealbild von Stimme, sondern mit den Gestaltungsmitteln, die man nutzen kann, um seine Stimme flexibel, kreativ und ökonomisch einzusetzen.

Freier bewegen – besser klingen: Körperorientiertes Stimmtraining

Stimmprobleme gehen oft mit Einschränkungen des Bewegungsapparates einher. So äußert sich z.B. Lampenfieber nicht nur stimmlich, sondern auch durch akute körperliche Anspannung. Dauerhafte Stimmprobleme werden oft von chronischen Nacken- und Rückenschmerzen begleitet. Oder umgekehrt!
Versteht man die Stimmfunktion als komplexe, vernetzte Bewegung, eröffnet sich ein breites Feld an Möglichkeiten, wieder mehr Unterstützung des Körpers für den Klangprozess zurückerlangen. Es geht darum, habituelle Spannungszustände, die die freie Entfaltung der Stimm- und Sprechfunktion behindern, zu erkennen und zu reduzieren.
Ziel des Trainings ist, den engen Zusammenhang von Bewegung und Stimme praktisch erfahrbar zu machen. Man lernt seine individuellen Bewegungsabläufe besser kennen und kann dadurch den Bezug zur Qualität des Klangs herstellen. Die Klient/-innen erfahren, wie sie Bewegungen leichter und freier ausführen können und auf dieser Grundlage besser zu klingen.

Vom Problem zum Phänomen: Ganzheitliche Stimmtherapie

Für viele Menschen wird Stimme leider oft erst zum Thema, wenn sie zum Problem geworden ist. Heiserkeit, Brüchigkeit und Klanglosigkeit sind erste Anzeichen von einem sich anbahnenden Dauerproblem ‚Stimme’. Werden diese Symptome nicht ernst genommen, kann es zu chronischen Stimmschäden kommen.
Stimmprobleme sind oft Ausdruck eines chronischen Erschöpfungszustandes, der mit Muskelverspannungen, Haltungsschäden und anderen körperlichen Stressreaktionen einhergeht. Daher ist es sinnvoller, den Gesamtzustand eines Menschen zu verbessern, anstatt sich an den Symptomen abzuarbeiten. Ganzheitliche Stimmtherapie beinhaltet Entspannungs- und Bewegungstraining ebenso wie eine spielerische, kreative Auseinandersetzung mit Klang und Körper. So werden wieder positive Erfahrungen mit dem Thema Stimme möglich.

Frei durchatmen – Energie tanken. Durch Atemübungen Körper und Seele entlasten

„Versuche nicht, einen Fluss anzuschieben. Er fließt von selbst.“ (F. Perls)
Unsere Atmung nehmen wir selten bewusst wahr. Erst wenn der Atem stockt, einem die Luft wegbleibt, werden wir auf dieses Körpersignal aufmerksam. Blockaden und Spannungen verhindern, dass der Atem frei fließen kann. Dies beeinträchtigt nicht nur das Atemvolumen sondern auch Körperhaltung und Ausdruckskraft der Stimme.
In diesem Training lernt man einfache, praxisbewährte Übungen kennen, mit denen man im Arbeitsalltag oder zuhause innehalten, entspannen und durchatmen kann. Bewegungs- und Wahrnehmungslektionen nach M. Feldenkrais, Klangarbeit sowie Atemübungen aus dem Yoga bieten einen reichen Schatz an Möglichkeiten, gesund durch den Tag zu kommen. Verspannungen lösen sich, ein gehaltener Atem wandelt sich in einen gelösten Atem um. Die Stimme wird voluminöser, die Körperhaltung stabiler.

Souverän Präsentieren – trotz Lampenfieber

Viele Menschen sehnen sich nach einem Allheilmittel gegen Lampenfieber – und finden keines. Gerne hätten sie in jeder Sekunde die Kontrolle über die Situation, die ihnen schon im Vorfeld den Schweiß auf die Stirne treibt. Sicherheit im Auftreten hat aber nichts mit totaler Kontrolle und Vorhersehbarkeit zu tun, sondern ist ein Zeichen von innerer Freiheit und Flexibilität. Es ist die Einsicht, dass man ein gewisses Risiko eingeht und lernt, dies zu überschauen, indem man die Spielregeln kennenlernt.

Ohne es zu wollen, verhalten sich Menschen in Auftrittssituationen ganz anders als sonst. Die Stimme wird zittrig, die Knie weich, die Hände feucht. Wenig von dem, was man tut, lässt sich dann noch willentlich beeinflussen. Vieles von dem, was man sich vorgenommen hat zu sagen, bleibt auf der Strecke.
In diesem Training lernen die Klient/-innen, ihre individuellen Stressroutinen zu erkennen und diese unbewussten Prozesse – wenn nicht direkt, so doch ‚über Bande’  – zu beeinflussen. Stimme ist ein komplexes, hochvernetztes Phänomen, das den ganzen Menschen in seiner augenblicklichen körperlichen und geistigen Verfassung abbildet.
Durch eine differenziertere Selbstwahrnehmung kann man seinen persönlichen Spielraum erheblich erweitern und sich freier in dem Spannungsfeld von Kontrolle und Grenzen eigener Verantwortung bewegen lernen.

Phonetik des Deutschen: Aussprachetraining

Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, muss sich mit der deutschen Standard-Lautung auseinandersetzen, weil er sonst nicht oder nur schwer verstanden wird – trotz korrekter Grammatik und richtigen Vokabulars. Verständlichkeit ist auch ein wichtiger Grund, warum Muttersprachler sich mit der Phonetik des Deutschen auseinandersetzen. Notorische Nuschler verstehen sich selbst bestens, wären da nicht die Anderen, die ständig bitten, das Gesagte zu wiederholen. Im beruflichen Umfeld wird oft ab einer gewissen Qualifikationsstufe ein neutraleres Deutsch erwartet. Hier gilt es, dialektale Einfärbungen zu reduzieren oder ganz zu tilgen. Für Radio- und Fernsehmoderatoren sowie Nachrichtensprecher ist es ein absolutes Muss.
In diesem Training werden die wesentlichen Aussprachefehler analysiert und anhand individueller Übungstexte bearbeitet. Audio-Aufnahmen begleiten den gesamten Verlauf.